Posts tagged Kritik

Video der Woche: Rihanna – Man Down

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Um Rihannas neues Video zur Single “Man Down” wird grad heiß diskutiert. Rihanna wird darin zur Mörderin. Einige Eltern haben mit dieser Art der Problemlösung ein Problem und halten Rihannas Verhalten für schlecht für die Entwicklung von Jugendlichen. Rihanna meckert zurück, sie sei ein 23-Jähriger Rockstar ohne Kinder und verstehe nicht, wieso sie sich immer verhalten solle, als wäre sie ein Elternteil. Mehr dazu hier. Was haltet ihr vom Video? Ist die Kritik daran berechtigt?

http://www.youtube.com/watch?v=7Niwn1S_2WE

Rihanna kommt auch nach Deutschland, die Tickets sind allerdings größtenteils bereits ausverkauft.

Berlin Live: Tolle Bands, tolle Location, doofes Konzert

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Schaut euch mal diese Location an!

Dank einer Freundin bin ich gestern bei Motor.fm auf “Berlin Live” gestoßen, ein “Minifestival” in Berlin. Im Trafo in der Koepenicker Strasse traten in diesem Rahmen jeweils drei Bands auf. Am 1. Mai waren das Atari Teenage Riot, KIZ und PlanningToRock, gestern dann Mando Diao, Johnossi und Bonaparte. Das Ganze kostete keinen Eintritt, stattdessen konnte sich jeder auf Motor.fm einen Gästelistenplatz (plus Begleitperson) sichern, indem er seinen Namen und eine E-Mailadresse angab. Die Konzerte filmte das ZDF dann für seinen Kultur-Kanal, um sie in der nächsten Zeit auszustrahlen und so hoffentlich ein jüngeres Publikum anzusprechen. Soweit, so toll. In der Realität funktionierte das Alles leider nicht so gut.

Die Registrierung für die Gästeliste lief unkompliziert und dauerte keine zwei Minuten. Da mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass man sicherheitshalber möglichst früh vor Ort sein solle, um auch wirklich ganz sicher auf das Konzert gelassen zu werden, machte ich mich mit Begleitung gegen 18 Uhr auf den Weg zum Trafo. Bis zum Einlass gegen 19 Uhr hatten sich dann auch eine ordentliche Schlange vor der großen Halle gebildet. Sicherlich sehr schöne Bilder fürs Fernsehen, trotzdem hätte der Einlass insgesamt ruhig etwas schneller vonstatten gehen können. Wäre er vielleicht auch, wenn die Ordner am Eingang darauf geachtet hätten, dass wirklich erst diejenigen rein kommen, die geduldig in der Schlange gewartet haben. Stattdessen bildete sich direkt nach dem Öffnen der Tore eine Menschentraube aus Wartenden und Vordrängelnden und am Ende waren die Fairen die Dummen.

Da wir verhältnismäßig weit vorn in der Schlange standen, waren wir trotzdem relativ schnell im Trafo. Die Location ist ziemlich beeindruckend, eine riesige Fabrikhalle. Angesichts der langen Schlange vor der Garderobe (und auch angesichts der Kälte in der Halle) beschlossen wir, unsere Jacken lieber anzubehalten und machten uns auf die Suche nach einer Bar. Besser gesagt: Nach dem Tresen. Richtig gelesen: Für mehrere hundert Menschen hatte man genau einen Tresen aufgestellt, an dem fleißige, aber überforderte Mitarbeiter Flaschenbier in Plastikbecher umfüllten. Hier stand man nochmal ausgiebig Schlange, um am Ende endlich 0,33 Liter unverschämt teures Bier zu erhalten. Dickes Minus!

Nun ja, dachten wir uns, das Wichtigste sind die Konzerte. Also machten wir uns auf in den offenbar dafür vorgesehenen Bereich. Wir stellten fest, dass die Bühnen sehr niedrig waren, so dass man sie schon bei wenig Publikumsaufkommen erstaunlich wenig erkennen konnte. Was uns wunderte, denn dafür schien es keinen ersichtlichen Grund zu geben, man hätte die Bühne problemlos höher anbringen können. Da ich nicht der Größte bin, verließen wir den Bereich wieder, ich hätte hier sowieso nichts gesehen und versuchten uns so an der Seite oder hinter der Bühne (wo mittlerweile auch schon Bonaparte rumturnten, die wir unbedingt sehen wollten) aufzustellen, dass wir halbwegs was erkennen konnten.

Da es mittlerweile recht voll war, auf jeden Fall zu voll, als dass alle Besucher in den Bereich zwischen den drei Bühnen (Ich habe gehört, es gäbe drei Bühnen, gesehen habe ich zwei davon leider nie) gepasst hätten, war das schwierig. Geschätzt lief etwa die Hälfte der Besucher planlos durch die Gegend, während das Bonaparte-Konzert anfing. Alle versuchten, einen Platz mit guter Sicht zu ergattern. Als wir endlich einen halbwegs okayen Platz hatten war die Stimmung im Bereich zwischen den drei Bühnen schon ganz ordentlich, was sicherlich der guten Show von Bonaparte zu verdanken war. Am Sound kann es kaum gelegen haben, der war nämlich grottig. Die Location ist toll, aber für Konzerte scheint sie mir schlecht geeignet zu sein.

Nach wenigen Liedern war der Bonaparte-Auftritt schon wieder vorbei und -akustisch völlig unverständlich- wurden die Schweden Johnossi anmoderiert. Die klangen besser als Bonaparte, dafür habe ich von denen wirklich überhaupt nichts gesehen, da ich ja noch in der Nähe der Bonaparte-Bühne stand. Eine Zeit lang war mir nicht einmal klar in welcher Richtung die Bühne sich befand, dass es keinerlei Möglichkeit gab, irgendwas davon zu sehen, war dafür umso schneller klar.

Naja. Machen wir es kurz. Nach ein paar Minuten Johnossi gab es wieder eine unverständliche Anmoderation, dann waren Mando Diao dran, wieder auf einer anderen Bühne. Diese Bühne war so positioniert, dass ich ab und an die Köpfe von Mando Diao sehen konnte. Ganz sicher bin ich mir allerdings nicht, die Bühne war doch ziemlich weit entfernt. Kaum waren Mando Diao mit ihren drei oder vier Songs durch spielten dann auch schon wieder Bonaparte. Wir standen dieses Mal an anderer Stelle, sehen konnten wir trotzdem nicht genug. Zwar war die Bühne nun sehr nah und wir hatten einen tollen Blick auf Schlagzeuger und Keyboardspieler, der Blick auf den vorderen Teil der Bühe war uns allerdings durch allerlei Tücher und Boxen (und ab und an einen Kameramann) verstellt. Nicht direkt hinter der Band stehend gefiel uns auch der Sound etwas besser, leider hörten wir hier den Sänger nicht, was trotz toller Songs wie “Too Much” auch nicht besser war. Dieses Set war noch kürzer als das erste, gefühlte fünf Minuten.

Dann wieder Johnossi, dieses Mal versuchten wir gar nicht mehr, etwas zu erkennen und stellten uns stattdessen in die Bierschlange. Etwa zeitgleich mit dem Erhalt des zweiten Biers des Abends waren dann auch Mando Diao zurück und spielten einen Song mit Johnossi, wenn ich das richtig erahnen konnte. Dann noch ungefähr zwei eigene Songs (inklusive des Hits “Down In The Past”) und das war’s. Immerhin war es noch nicht allzu spät, nicht einmal 10 Uhr, so konnte man mit dem Abend noch Sinnvolleres anfangen.

Schade um die Bands, schade um die Location. Der Sound war schlecht und das Prinzip mit den drei Bühnen gleichzeitig halte ich für richtig bescheuert. Was blieb ist der hunderste Ohrwurm von “Down In The Past”. Yeah.

Berlin Live, das Format von ZDF Kultur für Jüngere

Update 6.Mai 2011: Im Trailer sieht das alles erwartungsgemäß natürlich toll aus.

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Udo Jürgens vs. The Web

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Schimpft über Facebook & Co: Udo Jürgens

Das Internet hat einen neuen Aufreger: Nachdem vor gar nicht so langer Zeit Judith Holofernes von Wir Sind Helden sich öffentlichkeitswirksam mit der BILD-Zeitung angelegt hat, ist nun also Udo Jürgens dran. Wie Dorin Popa in seinem Blog berichtet, befindet sich auf Udo Jürgens neuem Album “Der ganz normale Wahnsinn” ein Track namens “Du bist durchschaut”, der sich kritisch mit aktuellen Entwicklungen rund um Datenschutz auseinander setzt. Spannend wird das Ganze, weil Jürgens im Songtext explizit Plattformen wie Facebook, Twitter und Google erwähnt und seine Kritik dabei erstaunlich unsachlich und uninformiert vorträgt. So singt Jürgens beispielsweise über Google Streetview:

Die Welt ist eine Google,
Da bleibt gar nichts mehr geheim.
Ob Wohnung, Haus, ob Garten,
Jeder schaut da online rein!

Das ist natürlich nicht korrekt dargestellt. Egal wie man zu Streetview steht, in die Wohnungen wird dabei nicht geschaut, nicht einmal die Hausfassade durfte in Deutschland ohne Widerufsmöglichkeit ins Netz gestellt werden. Später nennt Jürgens Facebook in einem Atemzug mit Nacktscannern an Flughäfen, warnt vor Hackern im Netz genauso wie vor Kameraüberwachung auf den Straßen und zu Twitter fällt Jürgens nur Folgendes ein:

Ganz offenherzig twitterst du,
Gibst alles von dir preis,
Den größten Mist – den kleinsten Scheiß!

Nicht wirklich positiv und nicht wirklich wahr. Gerade angesichts der Revolutionen im nahen Osten hat sich gezeigt, dass Twitter und Facebook eben nicht nur Zeitfresser ohne jeden Sinn sind, sondern dass sie unter Umständen enorme gesellschaftliche Relevanz besitzen können.

Man fragt sich unweigerlich, was Udo Jürgens bezwecken wollte. Die Netizens verärgert er mit solchen Formulierungen nur, während er bei denen, die nicht im Netz aktiv sind, kein Umdenken hervor rufen kann, sondern nur bereits vorhandene Vorurteile nochmals bestätigt. Aber vielleicht ging es genau darum: Aufmerksamkeit auf sich und das neue Album zu lenken. Das ist gelungen. Vielleicht hat Udo Jürgens das Netz besser verstanden, als er zugibt. Immerhin bewirbt er seine neueste CD auch via Facebook-Fanpage.

Den gesamten Text von “Du bist durchschaut” gibt es hier zu lesen.
Ob man dem Altmeister des deutschen Schlagers nun zustimmt oder nicht: Wir haben Udo Jürgens Karten und natürlich auch Wir sind Helden Tickets.

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